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Klee im Weizen

Schlag Neubitz 2021/22

Aussaat 2021

Aufgrund der bisherigen Erkenntnisse haben wir uns in diesem Jahr für die Sorte „LG Character“ entschieden. Der Weizen wurde Anfang Oktober direkt in den Kleebestand mit 350 Körner pro m² gesät. Zum Einsatz kam wieder die an den Versuch angepasste Sämaschine Primera DMC der Fa. Amazone.

In beiden Varianten entwickelte sich der Weizenbestand nach der Aussaat zufriedenstellend und gleichmäßig.

Weizenaussaat 2021
 

Winter 2021/22

Der Winter 2021/2022 zeigt sich bis dato eher von der nasskalten Seite. Langdauernde Frostperioden mit wirklich tiefen Temperaturen fehlen bisher genauso wie umfangreiche Schnee-auflage. Die wenigen Frosttage haben keine Spuren in den Klee- und Nicht-Klee-Parzellen hinterlassen.

 

Ebenfalls im Spätherbst/Winter haben wir einen Herbizidversuch angelegt. Dabei standen zwei Versuchsfragen im Vordergrund, die uns auch im Frühjahr noch beschäftigen werden:

  1. Wie widerstandsfähig ist der Klee gegenüber Herbiziden?                    

  2. Lässt sich der Klee durch Herbizide im Wachstum regulieren und kann somit der Konkurrenzdruck auf den Weizen reduziert werden?

 

Frühjahr 2022

Auch dieses Frühjahr ist wieder ein Düngeversuch geplant. Um die Ergebnisse mit dem ersten Jahr vergleichen zu können, bleiben die ursprünglichen Varianten erhalten, werden aber durch chemische und mechanische Varianten zur Regulation des Klees ergänzt. 

 

Ernte 2022

Sobald die Erntezeit gekommen ist, findet Ihr hier Ergebnisse!

Schlag Hahn 2020/21

Aussaat 2020

Der Winterweizen der Sorte „RGT Reform“ wurde Ende September direkt in den mit der Vorfrucht Ackerbohne etablierten Kleebestand gesät. Zum Einsatz kam die an den Versuch angepasste Sämaschine Primera DMC der Fa. Amazone. In beiden Varianten entwickelte sich der Weizenbestand nach der Aussaat zufriedenstellend.

 

Winter 2020/21

Im Weizen kam es auf dem Versuchsschlag im Gegensatz zur Gerste zu keinen messbaren Frostschäden. Der Schwerpunkt der Beprobungen lag hier im Bereich der monatlichen Nmin-Untersuchungen sowie in der wöchentlichen Messung der Bodenfeuchte. Aus beiden Datensätzen wurden dann Modellierungen für die Nitratdynamik berechnet, um die Effekte des Lebendmulches bezüglich der Nitratauswaschung erfassen zu können.

  • In den Monaten Oktober, November und Februar konnten in der Kleevariante deutlich geringere Nitratgehalte nachgewiesen werden und somit die Gefahr der Auswaschung von Nitrat ins Grundwasser verringert werden.

  • Zu Beginn der Vegetation im März waren die Nitratkonzentrationen im Boden in den beiden Varianten annähernd gleich.

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Entwicklung der Nitratgehalte von Oktober bis März im Winterweizen am Standort Hahn für die beiden Versuchsvarianten (durchgängige Linie = mit Klee, gestrichelte Linie = ohne Klee der Primärachse zugeordnet) sowie die ⌀ volumetrischen Wassergehalte (der Sekundärachse zugeordnet) in der obersten Bodenschicht (0-30 cm). Statistisch signifikante Unterschiede zwischen den Varianten sind mit einem p*gekennzeichnet.

 
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Temperaturverlauf in den Wintermonaten November - Januar

Die dünnen blauen Pfeile markieren den Tag der Beprobung. Die dicken blauen Pfeile spiegeln die Tendenz der Temperaturentwicklung wieder. Die rote gestrichelte Linie gibt die ungefähre Temperaturgrenze für die Mineralisation an.

Die Entwicklung der Nitratgehalte im Boden wird stark von der Witterung beeinflusst. Neben den Niederschlägen hat vor allem die Temperatur großen Einfluss auf die Mineralisation von organischen Material.

  • Im November und Dezember gab es sehr große Temperaturunterschiede (in der Grafik mit einem Δ gekennzeichnet)

  • In den Kleeparzellen könnten die starke Temperaturschwankungen zu einem teilweisen Absterben des Klees mit anschließender Mineralisation geführt und somit die Nitratgehalte beeinflusst haben

Frühjahr 2021

Im Frühjahr wurde ein Düngungsversuch mit unterschiedlichen N-Düngungsintensitäten angelegt, um Einsparungspotentiale abbilden zu können. Hierzu wurde die Streifenanlage mit den gespiegelten Großparzellen (P1 – P4) durch Applikationsfenster mit unterschiedlichen N-Düngungsniveaus ergänzt.

 

Weiterhin wurden die Chlorophyllgehalte der Varianten mit Klee (MK) und ohne Klee (OK) in den einzelnen Düngestufen zum Stadium EC 31/32 erfasst.

  • Lediglich in der 0 % - Variante konnten signifikante Unterschiede festgestellt werden.

  • Der Klee hat keinen Einfluss auf die Chlorophyllkonzentration des Weizens

Ebenso wurde die Biomasseverteilung der Weizenmonokultur und des Weizens mit Klee als Lebendmulch zum Stadium EC 31/32 ermittelt.

  • Die Biomasse der Weizenmonokultur unterscheidet sich nur in der 0 % - Variante signifikant.

  • Die Biomasse des Weizens im Lebendmulchsystem ist deutlich geringer als in der Weizenmonokultur.

  • Der Klee unterscheidet sich nicht signifikant innerhalb der Düngestufen (biologische Fixierung in der 0 % -  Variante?)

Ernte 2021

Die Ernte erfolgte nach langer Wartezeit aufgrund des wechselhaften Wetters am 25. August. Nachdem der betriebseigene Mähdrescher mit GPS die Versuchsparzellen freigedroschen hatte, konnte die Exaktbeerntung der Versuchsparzellen im Kerndrusch erfolgen. 

 

Wie auch schon in der Gerste wurden im Weizen die Applikationsfenster mit den unterschiedlichen Fungizidstrategien einzeln beprobt und ausgewertet.

  • Im Gegensatz zur Gerste konnten im Weizen keine statistisch signifikanten Effekte der Fungizidstrategie festgestellt werden

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Die einzelnen Düngungsvarianten wurden für die Exaktbeerntung vierfach wiederholt angelegt und der Ertrag im Kerndruschverfahren ermittelt.

  • In der betriebsüblichen Variante (100%, Düngung nach Bedarfsermittlung) wurde in den Kleeparzellen 2,5 Tonnen/ha weniger Weizen geerntet. 

  • Die reduzierte Düngung führte sowohl in der Weizenmonokultur als auch im Lebendmulchsystem erst in der 50 % -  Variante zu signifikanten Ertragseinbußen 

 

 

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Was haben wir gelernt und wie geht es weiter?

Im 1. Versuchsjahr stand die Frage der Etablierung der Hauptsaat in den dauerhaften Lebendmulch im Vordergrund. Folgende Erkenntnisse können wir festhalten:

  • Die Etablierung von Weizen in einen bestehenden Kleebestand funktioniert!

  • Der Klee eignet sich sehr gut, um die Gefahr der Auswaschung von Nitrat über den Winter zu minimieren und kann somit zum Grundwasserschutz beitragen!

  • Die Konkurrenz zwischen Lebendmulch und Weizen ist noch zu groß, der Ertrag ist noch nicht zufriedenstellend!

Im 2. Versuchsjahr wollen wir diese Fragestellungen angehen:

  • Wie können wir den Klee mechanisch oder chemisch regulieren, um die Konkurrenz zur Hauptfrucht zu minimieren?

  • Wie können wir es schaffen, die in der Biomasse des Klee fixierten Nährstoffe dem System wieder zuzuführen?

  • Ist es möglich, die Fähigkeit des Klees, Stickstoff aus der Luft zu binden, zu nutzen, um den Einsatz synthetischer Dünger zu reduzieren?